Es war einmal eine Fee

…die lebte mit ihrem Mann, ihren zwei Töchtern und dem Hund im großen, dunklen Eichenwald in einem kleinen Häuschen mit roten Fensterläden. Den ganzen Tag über kochte und backte, wusch und bügelte sie, sie putzte das Haus und pflegte den Garten.

Doch sobald es Abend wurde und die Kinder im Bett, holte die Fee ihr Nähzeug heraus und nähte die unglaublichsten Dinge.Vor vielen Jahren hatte eine alte Hexe ihr das Schneidern beigebracht und im Laufe der Jahre hatte sie ihr Können immer mehr verfeinert. Nun nähte sie aus feinstem Linnen Blusen und Röcke, Kleider und Hosen und als Zierart Taschen, Gürtel und schmückende Gugeln.Von ihr hergestellte Hauben und Tücher bedeckten artig das Haar. Ihre Stoffe waren aus feinsten Materialien, alle vom Hohensteiner Institut geprüft, so dass der, der die Stücke tragen würde, sich auch sicher sein konnte, dass sie ihm guttaten.

Und als eines Tages vier edle Reiter an ihrem Häuschen vorbeikamen, denn auch diese hatten von ihrem Geschick gehört, stattete die Fee auch sie mit feinstem Zwirn aus. Diese Gewänder trugen Ludwig der Bayer, Stephan der Kneißl und seine Gemahlin Taddäa Visconti sowie ihr Sohn Ludwig der Gebartete dann am Herzogsfest zu Ingolstadt zur Schau.

Zum Feste stand sie wieder in ihrem Stand und bot ihre Waren dar und Leut‘ aus Nah und Fern bewunderten ihre Stücke, die sie aus Zauberzwirn hergestellt hatte…

Kontakt: cwboehnel@yahoo.de

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Published in: on Januar 5, 2010 at 6:37 pm  Comments (1)